Yukata Schwarz-Weiss










Als ich bei den "Stoffspielereien" das Thema Schwarz-Weiss las, fiel mir sogleich mein unfertiges Yukata ein, das seit Jahren im Schrank liegt.
Für dieses Yukata habe ich einen schwarzen Schweizer Baumwollbatist mit Handarbeitsstoff  aus Baumwolle kombiniert. Den hellbraunen Faden, der im Batist mit das Karomuster bildet, habe ich im Handarbeitsstoff wiederholt, dann am Saum die Bordüre gestickt und im Schulterbereich und auf dem Ärmel die Schmetterlingsmotive. Alle Nähte und Versäuberungen sind von Hand ausgeführt.
Aber - das Teil war nicht tragbar, weil das Gewicht der beiden Stoffe zu unterschiedlich war, das Yukata war "schief" und auch zu transparent. Enttäuscht räumte ich es weg.

Jetzt, bei dem Themenvorschlag "Schwarz-Weiss", viel mir Suschna's (Textile Geschichten) Bericht von ihrem Versuch, Sashiko zu sticken, wieder ein. Meine Idee war, die schwarzen Batistteile  mit dünnem Baumwollstoff zu doppeln und die beiden Stofflagen in Sashiko-Technik zu verbinden.
Sashiko kannte ich bis dahin nur theoretisch, dies  war eine willkommene  Übung für mich. Nicht ganz einfach, weil ich immer das gesamte Kleidungsstück auf dem Tisch hatte und die beiden Stofflagen ja doch möglichst faltenfrei verbunden werden sollten. Gleichmäßig wurde meine Sashiko-Stickerei nicht, aber es gab genügend Übungsfläche. Gestickt habe ich mit Perlgarn Nr. 5 und einer ganz normalen spitzen Sticknadel.
Die Bordüre am Saum habe ich mit schwarzem Satin gedoppelt, und auf Körperteil und Ärmel habe ich noch mehr Schmetterlinge gestickt. Es passen noch viel mehr drauf...
Jetzt ist das Stoffgewicht ausgeglichen und das Yukata hängt nicht mehr schief, ist allerdings auch wärmer geworden.

"Yukata" ist der japanische Bademantel, einfacher geschnitten als der klassische Kimono.
Ich trage ein Yukata aus Baumwolle morgens  vor dem Frühstück oder auch gerne an heissen Tagen abends auf der Terrasse. Wie man einen klassischen Kimono näht lernte ich vor vielen Jahren bei einem Kimono-Künstler in Köln: Alles muß handgenäht sein, auf der Schulter darf keine Naht liegen (das belastet), aber in der rückwärtigen Mitte muß eine Naht sein (das stärkt).

Die Vorlagen für die Kreuzstichstickerei stammen aus dem Buch von Angelica Gierl, "Fernöstliche Kreuzstichmuster" Rosenheimer Verlagshaus. ISBN 3-475-52839-8

Die Arbeit hat mir Spass gemacht und ich bin froh über die Anregung "Schwarz-Weiss".
Tyche

Kommentare

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Sehr interessant! So viel feine Handarbeit. Ich wusste nicht, was ein Yukata ist. Gefällt mir sehr.
    Jetzt habe ich noch mehr Lust, einmal Sashiko auszuprobieren...

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  3. Schön, daß Du mitmachst! Und noch dazu eine Japanliebhaberin. Ich freu' mich auf weitere Beiträge.
    Liebe Grüße
    Annelies

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  4. Spannend und sehr clever "gerettet" Das ist dann ein wie tragbares Mustertuch mit vielen verschiedenen Techniken, da wirst du bestimmt noch lange Freude dran haben!

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  5. Man lernt nie aus! Danke fürs Vorstellen Deines Yukatas und Deiner Sashiko-Techniken. So ganz anders und doch so schön!
    Liebe Grüße
    Ines

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  6. Eine wunderbare Arbeit - gefällt mir sehr gut. Der schwarz-weiße Kontrast kommt hervorragend zur Geltung.
    LG
    Siebensachen

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  7. Schön geworden, schwarz weiss passt ja immer. Eine clevere Lösung, da muss man erst mal drauf kommen.
    Das Stickbuch habe ich auch hier. Interessant finde ich die Infos zu den Nähten, da werde ich ab jetzt immer mal dran denken wenn ich Kleidung nähe.
    LG Ute

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  8. Schön geworden, schwarz weiss passt ja immer. Eine clevere Lösung, da muss man erst mal drauf kommen.
    Das Stickbuch habe ich auch hier. Interessant finde ich die Infos zu den Nähten, da werde ich ab jetzt immer mal dran denken wenn ich Kleidung nähe.
    LG Ute

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